
Max Huwylers Text und die Bilder von Christine Aebi, «Vom Mann im Bild» betitelt, erzählen von Sehnsucht, von Unbehaustheit, von Solidarität, von Träumen auch. Von so manchem also, das nicht explizit in Worte gefasst wird und dennoch da ist. Das hinter der bunten Dingwelt von Einfamilienhaus, Kaffeetasse und Stromleitung verborgen scheint.
Das Büchlein bildet Teil einer Reihe von Erstlesetexten, die Appetit auf mehr Lesefutter wecken sollen. Sie sind für den Einsatz in Schulen wie als private Lektüre gedacht. Zu jedem Band sind didaktische Begleithefte mit Kopiervorlagen erschienen.
Zuger Presse, Februar 1999, Adrian Hürlimann
«Vom Mann im Bild»
Illustration: Christine Aebi
Text: Max Huwyler
Verlag: Orell Füssli, 1998
ISBN: 3-280-02750-0
Format: 17x20 cm
24 Seiten, broschiert
Didaktisches Begleitheft: Bruno Fuchs/Sibylle Fuchs
ISBN: 3 280 02760 8







Wenn du alles gesehen hast, hast du doch nicht alles gesehen.
Hast du eine Frau gesehen im grossen Haus?
Hast du einen Mann gesehen im kleinen Haus?
Der Mann ist nicht im im Haus und nicht im Bild. Aber ich weiss, warum der Mann nicht im Bild ist.
Der Mann wohnt im kleinen Haus.
In seinem Garten wachsen Sonnenblumen.
Sonnenblumen sind gross.
Aber das kleine Haus ist grösser als die Sonnenblumen.
Der Mann hat Sonnenblumen gern. Und auch den Sonnenuntergang hat er gern.


Der Mann hört die Frau nicht rufen, denn der Wind ist laut.
Er rennt so schnell, dass er den grossen Stein am Weg übersieht und die Abzweigung verpasst zu seinem Häuschen.
Er rennt geradeaus und fällt aus dem Bild und fällt aus dem Rahmen.
Kein skurriles, "herziges" Kinderbuch für einmal, aber eines von der Sorte, die auf den Prozess der Aneignung der Welt beim Lesen abzielt und damit eine nachhaltige Wirkung zu zeitigen vermag.
Zuger Presse, Februar 1999, Adrian Hürlimann
Und eben darum geht es dem Autorenteam dieses fürs erste Lesealter verfassten Büchleins: Dass der Textteil es nicht bei einer (überflüssigen) Parallele zum Bildgeschehen belässt, sondern dass eine Dynamik geschaffen wird, die Wirklichkeit von der Bild- und von der Textseite her in den Griff zu bekommen sucht. Bedeutung scheint so im Schnittpunkt der beiden Zielrichtungen auf, also im Kopf des Lesers.
Im Bändchen "Vom Mann im Bild" thematisieren der Autor Max Huwyler und die Illustratorin Christine Aebi die Beziehung zwischen Text und Bild einerseits sowie zwischen Buch und Leser/Bildbetrachter andererseits. (...) Christine Aebis starken Bildern ist eine Brüchigkeit eingeschrieben, die von Max Huwylers Gratwanderung zwischen Text und Bild aufgenommen wird.
Schulblatt, Nr.7/2000, Ruth Fassbind-Eigenheer
Zuger Presse, 17.2.1999, Adrian Hürlimann
Bulletin Jugend & Literatur, 11/1998,
Ulricke Bischof/Horst Heidtmann
Schulbibliothek AKTUELL, Berlin, September 1998
Schulblatt, 7/2000, Ruth Fassbind-Eigenheer
NZZ, 17.11.99, Gerda Wurzenberger
Sarganserländer, 17.7.1998
Leseforum Schweiz, 7/1998, Basil Schader
Wir Eltern, 9/98
Orell Füssli, Broschüre
